
Last updated: April 17, 2026
Quick Answer: Der Ammer-Amper-Radweg ist eine rund 230 Kilometer lange Radtour durch Oberbayern, die von Garmisch-Partenkirchen entlang der Ammer und späteren Amper bis nach Moosburg an der Isar führt. Die Route verbindet Alpenvorland, Seen, Klöster und charmante Städtchen auf meist gut ausgebauten Radwegen. Du kannst die Tour in 4 bis 7 Tagen fahren oder einzelne Abschnitte als Tagestouren genießen.
Key Takeaways 🚴
- Gesamtlänge: ca. 230 km von Garmisch-Partenkirchen bis Moosburg an der Isar
- Schwierigkeit: Leicht bis mittel – ideal für Familien, Genussradler und Einsteiger
- Beste Reisezeit: Mai bis Oktober, Höhepunkt im Juni und September
- Highlights: Ammersee, Kloster Polling, Kloster Fürstenfeld, Altstadt Landsberg am Lech
- Anreise: Sehr gute Bahnanbindung an Start- und Endpunkt
- Unterkunft: Zahlreiche Gasthöfe, Hotels und Campingplätze entlang der Strecke
- Fahrradtyp: Trekking- oder Tourenrad empfohlen; E-Bike sehr komfortabel
- Markierung: Durchgehend beschildert mit dem offiziellen Ammer-Amper-Radweg-Schild
- Etappen: Flexibel planbar, 5 klassische Etappen à 30–50 km
Was ist der Ammer-Amper-Radweg genau?
Der Ammer-Amper-Radweg folgt zwei Flüssen: zuerst der Ammer, dann – nach dem Ammersee – der Amper. Die Route beginnt in Garmisch-Partenkirchen im Herzen der Bayerischen Alpen und endet in Moosburg an der Isar, wo die Amper in die Isar mündet. Auf dem Weg passierst du das bayerische Voralpenland mit seinen weiten Wiesen, alten Klöstern und malerischen Kleinstädten.
Der Radweg ist offiziell ausgeschildert und größtenteils auf separaten Radwegen oder verkehrsarmen Nebenstraßen geführt. Asphaltierte Abschnitte wechseln sich mit Schotter- und Feldwegen ab. Für Familien mit Kindern und Radreise-Einsteiger ist das eine echte Freude, weil kaum nennenswerte Steigungen auf dich warten.
„Der Ammer-Amper-Radweg ist einer der wenigen Radwege in Bayern, der Alpenkulisse, Seenlandschaft und Flussidylle in einer einzigen Tour vereint.“
Was gibt es auf dem Ammer-Amper-Radweg zu entdecken?
Die Route steckt voller Überraschungen. Jeder Abschnitt hat seinen eigenen Charakter.

Garmisch-Partenkirchen bis Weilheim (ca. 50 km)
Du startest mit Alpenblick. Garmisch-Partenkirchen liegt am Fuß der Zugspitze, und schon die ersten Kilometer durch das Loisachtal und entlang der jungen Ammer sind landschaftlich atemberaubend. Bald erreichst du Murnau am Staffelsee, ein Künstlerstädtchen, das Wassily Kandinsky und Gabriele Münter einst als Wahlheimat wählten. Das Schloss Murnau und die Altstadt lohnen einen kurzen Abstecher.
Weiter geht es durch das Ammermoos, ein weitläufiges Niedermoorgebiet mit seltenen Vogelarten. Wer Naturschutz und Stille sucht, findet hier beides. In Polling wartet das barocke Kloster Polling, eine der schönsten Klosteranlagen Oberbayerns.
Weilheim bis Ammersee (ca. 25 km)
Weilheim ist eine lebendige Kreisstadt mit hübscher Fußgängerzone. Hier lohnt eine Kaffeepause, bevor du weiter Richtung Ammersee rollst. Der Ammersee ist einer der größten Seen Bayerns und ein absolutes Highlight der Tour. Die Ortschaften Dießen am Ammersee und Herrsching laden zum Baden, Segeln und Genießen ein. Dießen hat außerdem eine beeindruckende Stiftskirche im Rokokostil.
Ammersee bis Landsberg am Lech (ca. 30 km)
Nach dem See fließt die Ammer als Amper weiter westwärts. Die Landschaft wird flacher, ruhiger und sehr idyllisch. Landsberg am Lech ist ein Höhepunkt der gesamten Route. Die mittelalterliche Altstadt mit dem Bayertor, den bunten Bürgerhäusern und der Lech-Promenade ist eine der schönsten Kleinstädte Bayerns. Plane hier mindestens zwei Stunden ein.
Landsberg bis Fürstenfeldbruck (ca. 45 km)
Dieser Abschnitt führt durch ruhige Dörfer und Wälder. In Fürstenfeldbruck erwartet dich das imposante Kloster Fürstenfeld, ein ehemaliges Zisterzienserkloster mit prächtiger Barockkirche. Das Kloster dient heute als Kulturzentrum und Veranstaltungsort.
Fürstenfeldbruck bis Moosburg an der Isar (ca. 80 km)
Der letzte große Abschnitt führt durch Dachau – bekannt für sein Stadtmuseum und die historische Altstadt, aber auch für die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers, die viele Radfahrer bewusst besuchen. Danach geht es durch den Dachauer Hinterland bis nach Moosburg an der Isar, wo die Amper in die Isar mündet und die Tour ihren krönenden Abschluss findet.
Wie lange dauert die Tour auf dem Ammer-Amper-Radweg?
Die meisten Radfahrer fahren die gesamte Strecke in 4 bis 7 Tagen. Das hängt von deiner Tageskilometerleistung, deiner Erfahrung und davon ab, wie viele Pausen und Ausflüge du einplanst.
| Reisestil | Tage | Tages-km (ca.) | Für wen? |
|---|---|---|---|
| Entspannt / Genuss | 6–7 Tage | 30–40 km | Familien, Einsteiger |
| Moderat | 4–5 Tage | 45–60 km | Gelegenheitsradler |
| Sportlich | 3–4 Tage | 60–80 km | Erfahrene Radfahrer |
| Tagesetappe | 1 Tag | 30–50 km | Ausflügler |
Tipp: Wer nur ein Wochenende hat, kann hervorragend eine einzelne Etappe fahren. Der Abschnitt rund um den Ammersee (Weilheim – Dießen – Herrsching) ist als Zweitagesausflug besonders beliebt.
Klassische 5-Etappen-Planung
- Etappe 1: Garmisch-Partenkirchen → Weilheim (ca. 50 km)
- Etappe 2: Weilheim → Dießen am Ammersee (ca. 25 km)
- Etappe 3: Dießen → Landsberg am Lech (ca. 30 km)
- Etappe 4: Landsberg → Fürstenfeldbruck (ca. 45 km)
- Etappe 5: Fürstenfeldbruck → Moosburg an der Isar (ca. 80 km)
Etappe 5 ist die längste. Wer möchte, teilt sie durch eine Übernachtung in Dachau.
Für wen ist der Ammer-Amper-Radweg geeignet?
Der Ammer-Amper-Radweg ist eine der zugänglichsten Mehrtages-Radtouren in Bayern. Die Strecke ist flach bis leicht hügelig, gut ausgeschildert und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.
Ideal für:
- Familien mit Kindern ab ca. 8 Jahren (auf ruhigen Abschnitten)
- Radreise-Einsteiger, die ihre erste Mehrtages-Tour planen
- Genussradler, die Kultur, Natur und gutes Essen kombinieren wollen
- E-Bike-Fahrer, die entspannt die Landschaft genießen möchten
- Paare auf der Suche nach einer romantischen Radreise
Weniger geeignet für:
- Rennradfahrer, die ausschließlich schnelle, asphaltierte Strecken suchen
- Mountainbiker, die technisches Gelände bevorzugen
- Reisende, die keine Schotterwege mögen (einige Abschnitte sind unbefestigt)
Kinder und Familien: Auf dem Abschnitt zwischen Ammersee und Landsberg gibt es lange, ruhige Flussabschnitte, die perfekt für Familien mit Kindern sind. Viele Campingplätze am Ammersee bieten außerdem familienfreundliche Unterkünfte.
Wähle ein E-Bike, wenn du die Tour entspannt angehen möchtest, Gepäck mitführst oder die Strecke in weniger Tagen fahren willst, ohne dich zu verausgaben.
Wie komme ich zum Start- und Endpunkt?
Die An- und Abreise mit der Bahn ist beim Ammer-Amper-Radweg besonders einfach. Das ist ein echter Vorteil gegenüber vielen anderen Radrouten.
Anreise nach Garmisch-Partenkirchen (Startpunkt)
- Bahn: Direktverbindung von München Hauptbahnhof nach Garmisch-Partenkirchen mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) – Fahrzeit ca. 1,5 Stunden. Fahrräder können im Zug mitgenommen werden (Fahrradticket erforderlich).
- Auto: Über die A95 München–Garmisch, Ausfahrt Eschenlohe oder Farchant. Parkplätze in Garmisch vorhanden.
Rückreise von Moosburg an der Isar (Endpunkt)
- Bahn: Von Moosburg an der Isar über Freising nach München Hauptbahnhof – Fahrzeit ca. 45–60 Minuten.
- Alternativ: Wer in München startet und endet, kann die Tour als Rundreise mit der Bahn planen: Hinfahrt nach Garmisch, Rückfahrt von Moosburg.
Weitere Einstiegspunkte
Du musst nicht die gesamte Strecke fahren. Folgende Orte haben gute Bahnanbindungen und eignen sich als Einstieg:
- Weilheim (S-Bahn-Nähe)
- Herrsching am Ammersee (S-Bahn München, Linie S8)
- Landsberg am Lech (Regionalbahn)
- Fürstenfeldbruck (S-Bahn München, Linie S4)
- Dachau (S-Bahn München, Linie S2)
Wo parke ich, und wie organisiere ich die Logistik?
Wer mit dem Auto anreist, hat mehrere Möglichkeiten.
Option 1: Parken in Garmisch-Partenkirchen
In Garmisch gibt es kostenpflichtige Parkhäuser und Parkplätze im Stadtzentrum. Für eine mehrtägige Tour empfiehlt sich das Parken am Bahnhof oder in einem der Parkhäuser in der Innenstadt. Tagesgebühren liegen schätzungsweise bei 5–10 Euro (bitte vor Ort aktuelle Preise prüfen).
Option 2: Parken in München und Bahn nach Garmisch
Wer aus München kommt, parkt am besten an einem S-Bahn-Park-and-Ride-Platz (z.B. Pasing oder Heimeranplatz) und fährt von dort mit der Bahn nach Garmisch. Das ist oft günstiger und stressfreier.
Option 3: Gepäcktransport
Für mehrtägige Touren bieten verschiedene Anbieter in Bayern einen Gepäcktransport-Service an. Du fährst mit leichtem Rucksack, dein Koffer wartet abends im Hotel. Das macht die Tour deutlich komfortabler, besonders für Familien.
Praktische Logistik-Checkliste:
- Fahrradticket für die Bahn im Voraus buchen (besonders in der Hauptsaison)
- Unterkünfte frühzeitig reservieren (Mai–September: hohe Nachfrage)
- Detaillierte Radwegkarte oder GPS-Track herunterladen
- Reifenflicken-Set und Werkzeug einpacken
- Wetterbericht für die gesamte Tourzeit prüfen
Welche Highlights darf ich auf keinen Fall verpassen?
Der Ammer-Amper-Radweg bietet so viele Sehenswürdigkeiten, dass es schwerfällt, eine Auswahl zu treffen. Diese fünf Stopps sind absolute Pflichtpunkte:
- Murnau am Staffelsee – Künstlerdorf mit Schloss, Altstadt und dem Murnauer Moos
- Kloster Polling – Barocke Klosteranlage inmitten stiller Natur
- Dießen am Ammersee – Rokokokirche, Töpfermarkt, Seebad
- Landsberg am Lech – Mittelalterliche Altstadt mit Bayertor und Lech-Promenade
- Kloster Fürstenfeld – Prächtige Barockkirche und Kulturzentrum
Geheimtipp: Das kleine Dorf Raisting zwischen Weilheim und Dießen ist bekannt für seine riesigen weißen Satellitenschüsseln der Erdfunkstelle – ein surreales Bild mitten in der bayerischen Landschaft. 🛸
Was sollte ich bei der Planung des Ammer-Amper-Radwegs beachten?
Ein paar häufige Fehler lassen sich leicht vermeiden:
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest:
- Zu wenig Zeit einplanen: Viele unterschätzen die Strecke. Plane lieber einen Tag mehr ein, damit du Sehenswürdigkeiten in Ruhe genießen kannst.
- Unterkunft nicht reservieren: In der Hauptsaison (Juli/August) sind Unterkünfte am Ammersee schnell ausgebucht. Buche mindestens 4–6 Wochen im Voraus.
- Falsches Fahrrad: Ein Rennrad mit schmalen Reifen ist auf den Schotterwegen wenig komfortabel. Trekking- oder Tourenräder mit Reifen ab 35 mm Breite sind ideal.
- Kein Bargeld: Einige kleinere Gasthöfe und Hofläden akzeptieren keine Kreditkarten. Halte immer etwas Bargeld bereit.
- Wetter ignorieren: Das Voralpenland kann schnell Regen bringen. Eine wasserdichte Jacke gehört immer ins Gepäck.
FAQ: Häufige Fragen zum Ammer-Amper-Radweg
Wie lang ist der Ammer-Amper-Radweg insgesamt?
Die Gesamtstrecke beträgt rund 230 Kilometer von Garmisch-Partenkirchen bis Moosburg an der Isar.
Ist der Ammer-Amper-Radweg für Kinder geeignet?
Ja, besonders die mittleren Abschnitte rund um den Ammersee und entlang der Amper sind familienfreundlich und verkehrsarm. Kinder ab etwa 8 Jahren kommen gut mit.
Brauche ich ein E-Bike?
Nein, ein normales Trekkingrad reicht völlig aus. Ein E-Bike macht die Tour aber komfortabler, besonders mit Gepäck oder bei längeren Etappen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Mai bis Oktober. Juni und September bieten angenehme Temperaturen, weniger Touristenandrang als im Juli/August und schöne Landschaftsfarben.
Kann ich die Tour auch in umgekehrter Richtung fahren?
Ja, das ist möglich. Die Route ist in beide Richtungen ausgeschildert. Von Moosburg nach Garmisch bedeutet leicht bergauf – etwas anstrengender, aber machbar.
Gibt es Steigungen auf dem Ammer-Amper-Radweg?
Der erste Abschnitt von Garmisch nach Weilheim hat einige moderate Steigungen. Der Rest der Strecke ist überwiegend flach bis leicht hügelig.
Wo kann ich mein Fahrrad reparieren lassen?
In Garmisch-Partenkirchen, Weilheim, Landsberg, Fürstenfeldbruck und Dachau gibt es Fahrradläden mit Reparaturservice. Für kleinere Pannen solltest du immer ein Flickzeug und eine Luftpumpe dabei haben.
Gibt es offizielle Radwegkarten?
Ja. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) bietet detaillierte Radreisekarten für Bayern an, die auch den Ammer-Amper-Radweg abdecken. Außerdem sind GPS-Tracks auf Plattformen wie Komoot verfügbar.
Wie viel kostet eine mehrtägige Tour ungefähr?
Das hängt stark von deiner Unterkunftswahl ab. Mit einfachen Gasthöfen und Selbstverpflegung kannst du mit ca. 60–90 Euro pro Person und Tag rechnen. Mit Hotels und Restaurantbesuchen eher 100–150 Euro.
Ist der Radweg durchgehend asphaltiert?
Nein. Etwa 70–80 % der Strecke sind asphaltiert oder befestigt. Einige Abschnitte führen über Schotter- und Feldwege, besonders im Ammermoos und entlang der Amper.
Fazit: Dein nächstes Radabenteuer wartet
Der Ammer-Amper-Radweg ist mehr als nur eine Radtour. Er ist eine Reise durch das Beste, was Bayern zu bieten hat: Alpenblick am Morgen, ein stilles Moor am Mittag, ein Bier in einer Altstadt am Abend. Die Route ist zugänglich, gut ausgeschildert und für viele verschiedene Reisestile geeignet.
Deine nächsten Schritte:
- Entscheide dich für eine Etappenlänge – Möchtest du die ganze Strecke oder nur einen Abschnitt fahren?
- Buche Unterkünfte frühzeitig – Besonders am Ammersee und in Landsberg sind Zimmer in der Saison schnell vergeben.
- Lade einen GPS-Track herunter – Auf Komoot oder Outdooractive findest du aktuelle Tracks für den Ammer-Amper-Radweg.
- Prüfe die Bahnverbindungen – Bahn.de zeigt dir aktuelle Verbindungen mit Fahrradmitnahme.
- Pack deine Satteltaschen – Und dann: Sattel rauf, los geht’s! 🚴♀️
Die beste Zeit für deine Tour ist die, die du tatsächlich buchst. Also: Wann fährst du?
Quellen
- Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC): Radreisekarte Bayern, ADFC, 2023, https://www.adfc.de
- Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie: Radtourismus in Bayern, 2022, https://www.stmwi.bayern.de
- Komoot: Ammer-Amper-Radweg Route, https://www.komoot.de
- Outdooractive: Ammer-Amper-Radweg GPS-Track, https://www.outdooractive.com
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