Die Fuggerei in Augsburg ist die älteste noch bewohnte Sozialsiedlung der Welt. Sie wurde 1521 vom Kaufmann Jakob Fugger gegründet und bietet bis heute bedürftigen Augsburger Bürgern Wohnraum für eine symbolische Jahresmiete von 88 Cent – ein Betrag, der sich seit über 500 Jahren nicht verändert hat.
Key Takeaways
- 🏘️ Die Fuggerei (Augsburg) wurde 1521 von Jakob Fugger dem Reichen gegründet – sie ist damit über 500 Jahre alt.
- 💶 Die Jahresmiete beträgt symbolische 0,88 Euro (umgerechnet aus einem Rheinischen Gulden).
- 🙏 Mieter verpflichten sich, täglich drei Gebete für die Seele der Fugger-Familie zu sprechen.
- 🏠 Die Siedlung umfasst 67 Häuser mit 147 Wohnungen auf einem eigenen, ummauerten Stadtgelände.
- 🎟️ Besucher zahlen Eintritt und können ein Museum sowie eine originalgetreu eingerichtete Musterwohnung besichtigen.
- 🌍 Die Fuggerei ist ein UNESCO-Welterbe-Kandidat und zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Bayerns.
- 👨👩👧 Geeignet für Familien, Geschichtsinteressierte, Schulklassen und alle, die echte Geschichte hautnah erleben wollen.
- 🚶 Die Siedlung liegt fußläufig vom Augsburger Stadtzentrum entfernt – ideal für einen Tagesausflug.
Was ist die Fuggerei (Augsburg) überhaupt?
Die Fuggerei (Augsburg) ist kein Museum im klassischen Sinne – sie ist ein lebendiges Stück Geschichte. Auf einem ummauerten Areal mitten in der Innenstadt Augsburgs leben heute noch rund 150 Menschen in historischen Wohnungen, die seit dem 16. Jahrhundert nahezu unverändert geblieben sind.
Gegründet wurde die Siedlung 1521 von Jakob Fugger dem Reichen (1459–1525), einem der mächtigsten Kaufleute und Bankiers der europäischen Geschichte. Sein Ziel war klar: Bedürftigen, aber rechtschaffenen Augsburger Bürgern sollte ein würdevolles Zuhause geboten werden – unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Lage.
Was macht die Fuggerei so besonders?
- Sie ist die älteste kontinuierlich bewohnte Sozialsiedlung der Welt.
- Sie wird bis heute von der Fugger’schen Stiftung verwaltet – also privat, nicht staatlich.
- Die Miete von 0,88 Euro pro Jahr ist seit über 500 Jahren unverändert.
- Bewohner müssen katholisch, bedürftig und Augsburger Bürger sein.
💬 „Die Fuggerei ist ein einzigartiges Zeugnis sozialer Verantwortung aus dem 16. Jahrhundert – und sie funktioniert noch heute.“
Was gibt es in der Fuggerei (Augsburg) zu entdecken?

Die Fuggerei bietet deutlich mehr als einen kurzen Spaziergang durch historische Gassen. Du kannst hier einen ganzen Vormittag oder Nachmittag verbringen und wirst mit echten Einblicken in 500 Jahre Sozialgeschichte belohnt.
Das Fuggerei-Museum
Im Herzen der Anlage befindet sich das Fuggerei-Museum, das die Geschichte der Siedlung und der Fugger-Familie anschaulich erzählt. Interaktive Stationen, historische Dokumente und Originalexponate machen die Epoche lebendig – auch für jüngere Besucher.
Die Musterwohnung
Eine originalgetreu eingerichtete Wohnung aus dem 18. Jahrhundert gibt dir einen authentischen Eindruck davon, wie die Bewohner der Fuggerei früher gelebt haben. Niedrige Decken, schlichte Möbel, ein kleiner Herd – das Leben war einfach, aber würdevoll.
Der Zweite-Weltkrieg-Bunker
Unter der Fuggerei befindet sich ein erhaltener Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 1944 wurde die Siedlung bei einem Bombenangriff stark beschädigt und danach originalgetreu wiederaufgebaut. Der Bunker erinnert an diese dunkle Zeit.
Die St.-Markus-Kirche
Die kleine Kirche St. Markus innerhalb der Fuggerei-Mauern ist ein stilles, beeindruckendes Gotteshaus. Hier beten die Bewohner noch heute – ihrer Verpflichtung gegenüber den Fugger-Stiftern nach.
Die lebendige Siedlung
Das Besondere: Du spazierst durch eine echte Wohnsiedlung. Hinter manchen Fenstern brennt Licht, in Gärten blühen Blumen. Bitte denke daran, die Privatsphäre der Bewohner zu respektieren.
Auf einen Blick – Was du in der Fuggerei entdecken kannst:
| Anlaufpunkt | Beschreibung |
|---|---|
| Fuggerei-Museum | Geschichte der Stiftung & Fugger-Familie |
| Musterwohnung (18. Jh.) | Originalgetreu eingerichtete Wohnung |
| Luftschutzbunker | Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg |
| St.-Markus-Kirche | Historische Kirche, noch aktiv genutzt |
| Historische Gassen | Spaziergang durch die lebendige Siedlung |
Was kostet der Eintritt in die Fuggerei?
Der Eintritt zur Fuggerei ist erschwinglich und für den Umfang des Angebots sehr fair. Hier sind die aktuellen Preise (Stand 2026, bitte vor dem Besuch auf der offiziellen Website bestätigen):
| Kategorie | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | ca. 8,00 € |
| Ermäßigt (Schüler, Studenten, Senioren) | ca. 7,00 € |
| Kinder (unter 6 Jahren) | kostenlos |
| Familienkarte | ca. 18,00 € |
| Gruppen (ab 15 Personen) | Rabatt auf Anfrage |
⚠️ Hinweis: Preise können sich ändern. Prüfe die aktuellen Eintrittspreise direkt auf der offiziellen Website der Fuggerei unter www.fugger.de oder beim Tourismusbüro Augsburg.
Der Eintritt schließt den Zugang zum Museum, zur Musterwohnung und zum Bunker ein. Der Spaziergang durch die Außenanlagen der Fuggerei ist im Eintritt enthalten.
Tipp: Wer Augsburg intensiver erkunden möchte, sollte die Augsburg Card prüfen – sie bietet Rabatte für mehrere Sehenswürdigkeiten und den öffentlichen Nahverkehr.
Für wen ist die Fuggerei (Augsburg) geeignet?
Die Fuggerei spricht ein breites Publikum an – und das ist keine Übertreibung.
Besonders empfehlenswert für:
- Geschichtsinteressierte: 500 Jahre europäische Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an einem Ort.
- Familien mit Kindern: Der Bunker, die Musterwohnung und die lebendige Siedlung sind für Kinder ab etwa 8 Jahren sehr anschaulich.
- Schulklassen: Ideal als außerschulischer Lernort zu den Themen Renaissance, Sozialgeschichte und Stadtentwicklung.
- Architekturliebhaber: Die einheitliche Renaissance-Architektur der Häuserzeilen ist beeindruckend.
- Reisende auf Durchreise: Ein Besuch dauert 1,5 bis 2,5 Stunden – perfekt für einen Zwischenstopp auf der Romantischen Straße.
- Nachhaltigkeits- und Sozialinteressierte: Die Fuggerei ist ein frühes Beispiel für institutionelle soziale Verantwortung.
Weniger geeignet für:
- Menschen mit eingeschränkter Mobilität: Das Kopfsteinpflaster kann schwierig sein. Rollstuhlfahrer sollten vorab Barrierefreiheit anfragen.
- Besucher, die nur 30 Minuten Zeit haben: Für einen oberflächlichen Blick ist die Fuggerei zu reich an Inhalt.
Wie komme ich zur Fuggerei in Augsburg?
Die Fuggerei liegt zentral in der Augsburger Innenstadt und ist sehr gut erreichbar – egal ob du mit dem Auto, der Bahn oder zu Fuß kommst.
Mit dem Zug / Öffentlichen Nahverkehr
- Augsburg Hauptbahnhof ist gut aus München (ca. 35 Minuten), Nürnberg und Stuttgart erreichbar.
- Vom Hauptbahnhof nimmst du die Straßenbahn Linie 2 Richtung Haunstetten und steigst an der Haltestelle Stadtwerke aus – von dort sind es ca. 5 Gehminuten.
- Alternativ: Linie 1 bis Moritzplatz, dann ca. 10 Minuten zu Fuß.
Mit dem Auto
- Die Fuggerei liegt an der Jakoberstraße 26, 86152 Augsburg.
- Parkmöglichkeiten gibt es in der Nähe, z. B. am Parkhaus Stadtmarkt oder am Parkplatz Jakoberwall.
- Augsburg ist über die A8 (München–Stuttgart) sehr gut angebunden.
Zu Fuß vom Stadtzentrum
- Vom Rathausplatz (Herz der Altstadt) sind es ca. 15 Gehminuten zur Fuggerei.
- Der Weg führt durch die historische Innenstadt – ideal, um auch den Dom und die Maximilianstraße zu entdecken.
Adresse: Jakoberstraße 26, 86152 Augsburg, Deutschland
Wie ist der Kontakt zur Fuggerei?
Du möchtest vorab Informationen einholen, eine Gruppenführung buchen oder hast spezielle Anfragen? Hier sind die wichtigsten Kontaktmöglichkeiten:
| Kontaktweg | Details |
|---|---|
| Website | www.fugger.de |
| Adresse | Jakoberstraße 26, 86152 Augsburg |
| Telefon | +49 (0)821 3198810 |
| fuggerei@fugger.de | |
| Öffnungszeiten (Saison) | April–September: 9:00–20:00 Uhr |
| Öffnungszeiten (Winter) | Oktober–März: 9:00–18:00 Uhr |
⚠️ Hinweis: Öffnungszeiten und Kontaktdaten können sich ändern. Bitte bestätige alle Angaben direkt auf der offiziellen Website der Fuggerei, bevor du deinen Besuch planst.
Für Gruppenführungen und Schulklassen empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung – besonders in der Hauptsaison von Mai bis September ist die Fuggerei sehr beliebt.
Welche Geschichte steckt hinter der Fuggerei (Augsburg)?
Die Geschichte der Fuggerei ist untrennbar mit dem Aufstieg der Fugger-Familie verbunden – einer der einflussreichsten Handelsdynastien der europäischen Geschichte.
Jakob Fugger der Reiche (1459–1525) war kein gewöhnlicher Kaufmann. Er finanzierte Kaiser, handelte mit Gewürzen, Silber und Kupfer, und sein Vermögen war nach heutigem Maßstab astronomisch. Doch er dachte auch an seine Heimatstadt.
Zeitleiste der Fuggerei:
- 1516: Jakob Fugger beginnt mit dem Bau der ersten Häuser.
- 1521: Die Fuggerei wird offiziell als Sozialsiedlung eingeweiht.
- 1525: Jakob Fugger stirbt – die Stiftung wird von seinen Neffen weitergeführt.
- 1521–heute: Die Fugger’sche Stiftung verwaltet die Siedlung ununterbrochen.
- 1944: Schwere Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg.
- 1947–1955: Originalgetreuer Wiederaufbau der zerstörten Teile.
- 2026: Über 150 Menschen leben noch heute in der Fuggerei.
Die Bedingungen für Mieter haben sich in 500 Jahren kaum verändert: Du musst katholisch, bedürftig und Augsburger Bürger sein. Dazu kommt die Verpflichtung, täglich drei Gebete zu sprechen – das Vaterunser, das Ave Maria und das Glaubensbekenntnis – für die Seelen der Fugger-Familie.
Bekannte ehemalige Bewohner: Franz Mozart, Urgroßvater des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, lebte nachweislich in der Fuggerei.
FAQ: Häufige Fragen zur Fuggerei (Augsburg)
Wie hoch ist die Miete in der Fuggerei? Die Jahresmiete beträgt symbolische 0,88 Euro – umgerechnet aus einem Rheinischen Gulden, dem ursprünglichen Mietpreis aus dem Jahr 1521. Dieser Betrag hat sich in über 500 Jahren nicht verändert.
Kann ich als Tourist in der Fuggerei wohnen? Nein. Die Wohnungen sind ausschließlich für bedürftige, katholische Augsburger Bürger bestimmt. Als Besucher kannst du die Anlage jedoch gegen Eintritt besichtigen.
Wie lange dauert ein Besuch in der Fuggerei? Plane mindestens 1,5 bis 2,5 Stunden ein, wenn du Museum, Musterwohnung und Bunker besichtigen möchtest. Ein reiner Spaziergang durch die Gassen dauert ca. 30 Minuten.
Ist die Fuggerei ganzjährig geöffnet? Ja, die Fuggerei ist das ganze Jahr über geöffnet. Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison (April–September länger, Oktober–März kürzer). Prüfe aktuelle Zeiten auf www.fugger.de.
Gibt es Führungen in der Fuggerei? Ja, es werden regelmäßig Führungen angeboten – auf Deutsch und auf Anfrage auch in anderen Sprachen. Gruppenführungen solltest du vorab buchen.
Ist die Fuggerei für Kinder geeignet? Ja, besonders für Kinder ab ca. 8 Jahren ist die Fuggerei sehr anschaulich. Der Bunker und die Musterwohnung sind besonders faszinierend für jüngere Besucher.
Wie weit ist die Fuggerei vom Augsburger Hauptbahnhof entfernt? Mit der Straßenbahn (Linie 2) dauert die Fahrt ca. 10 Minuten. Zu Fuß sind es ca. 20–25 Minuten durch die Innenstadt.
Wurde die Fuggerei im Zweiten Weltkrieg zerstört? Teile der Siedlung wurden 1944 durch Bombenangriffe stark beschädigt. Sie wurde danach originalgetreu wiederaufgebaut. Der erhaltene Luftschutzbunker kann heute besichtigt werden.
Ist die Fuggerei ein UNESCO-Welterbe? Die Fuggerei ist Teil des Augsburger Wassermanagement-Systems, das 2019 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde. Die Fuggerei selbst ist eine der bedeutendsten historischen Stätten Augsburgs.
Kann ich die Fuggerei fotografieren? Ja, Fotografieren ist erlaubt. Bitte respektiere jedoch die Privatsphäre der Bewohner und fotografiere keine Fenster oder Türen bewohnter Häuser.
Fazit: Warum du die Fuggerei (Augsburg) unbedingt besuchen solltest
Die Fuggerei (Augsburg) ist kein gewöhnliches Ausflugsziel – sie ist ein lebendiges Denkmal für soziale Verantwortung, das seit über 500 Jahren funktioniert. Kein anderer Ort in Europa zeigt so eindrucksvoll, dass eine gute Idee die Jahrhunderte überdauern kann.
Ob du als Geschichtsinteressierter, Familienmensch, Schulklasse oder neugieriger Reisender kommst: Die Fuggerei hat etwas zu bieten, das weit über das Sightseeing hinausgeht. Du spazierst durch echte Geschichte – und das buchstäblich, denn hinter den Mauern leben noch heute Menschen.
Deine nächsten Schritte:
- Besuche die offizielle Website unter www.fugger.de und informiere dich über aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise.
- Plane deinen Besuch für einen Vormittag oder frühen Nachmittag – so hast du Zeit für Museum, Musterwohnung und Bunker.
- Kombiniere den Besuch mit einem Spaziergang durch die Augsburger Altstadt, dem Dom und der Maximilianstraße.
- Buche eine Führung, wenn du mit einer Gruppe oder Schulklasse kommst – das macht den Besuch noch lebendiger.
- Respektiere die Bewohner – die Fuggerei ist kein Freilichtmuseum, sondern ein echtes Zuhause für echte Menschen.
Die Fuggerei ist einer dieser seltenen Orte, die man einmal gesehen haben muss. Und wer einmal da war, kommt gerne wieder.
Quellen
- Fugger’sche Stiftungen (offizielle Website): www.fugger.de
- Stadtarchiv Augsburg: Historische Dokumentation zur Fuggerei
- UNESCO: Eintrag zum Augsburger Wassermanagement-System, 2019
- Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Denkmalliste Augsburg
- Häberlein, Mark: Die Fugger – Geschichte einer Augsburger Familie (1367–1650). Kohlhammer Verlag, 2006.
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